15.10.2009
medizin-welt -- In früheren Jahrhunderten wurden Gewürze in Eurasien und weltweit mit Gold aufgewogen, so kostbar waren sie. Heute findet man sie in jedem Supermarkt. Köche und Kochschulen bieten außerdem besonders ausgewählte Gewürze und Gewürzmischungen an. Viele Profis zerstoßen „ihre“ Gewürze im Mörser und legen sie in Schälchen, statt sie aus dem Würzglas direkt ins Essen zu streuen. So vermeiden sie Schimmelbildung.
Über solche Hintergründe wird man schon in der hochinteressanten Einleitung aufgeklärt. Und das alles anhand von prachtvollen Fotos und nie langweiligen Texten. Jill Norman hat es verstanden, Gaumenkitzel und Augenschmaus ideal zu verbinden.
Das Buch zeigt die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Gewürzen in der Küche, im Haus und in der Kräutermedizin. Es ist wunderschön aufgemacht, durchgehend farbig illustriert und eignet sich auch bestens als Geschenk.
Man findet die gebräuchlichen aber auch die weniger bekannte Gewürze. Von Ingwer und Zimt bis zu Paradieskörnern oder Schraubenbaumblättern ist alles vertreten, was man als Gewürzliebhaber oder Hobbykoch sucht. Geordnet wird in der Inhaltsübersicht alphabetisch nach botanischen Namen. Fast 50 Gewürze bzw. Gewürzmischungen findet man in Wort und Bild dargestellt, mit Angaben zu Herkunft, Geschichte und Anbau, Geruch und Geschmack. Daneben gibt es Hinweise zur Haltbarmachung und zur Aufbewahrung. Außerdem natürlich auch zu den kulinarischen, medizinischen und anderen Verwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel werden Tipps genannt und Anleitungen gegeben, zur Verwendung von Gewürzen für zart oder intensiv duftende Potpourris, für Duftkugeln und Duftbeutel.
Bewährte Gewürzmischungen aus ganz Eurasien und aus Afrika
Die aufgeführten rund einhundert Rezepte zeigen, wie wichtig Gewürze für alle Arten von Zubereitungen sind: Suppen, Soßen, Salate, Eintöpfe, Getränke, Kuchen. Gewürze verbessern nicht nur den Geschmack, sondern sie können auch Verträglichkeit und Verdauung fördern.
Ein Paar Beispiele für die großzügig aufgemachten Seiten und ihre Titel. Sie lauten schlicht „Kardamom“ oder „Schwarzkümmel“, „Tamarinde“ oder „Sesam“. Aber es gibt auch mit kleinen Landkarten ergänzte Seiten über „alte europäische Gewürzmischungen“, „neuere europäische Gewürzmischungen“, „Afrikanische und nahöstliche Gewürzmischungen“. Oder „Gewürze im Heim“ – von Mottenbeuteln bis Rosmarin und Zitronenkraut. Und stets glaubt man die Düfte sofort in der Nase zu haben, so eindringlich sind die Abbildungen. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das am Ende über einen ausführlichen Index und eine ganze Seite mit bibliografischen Quellen verfügt.
Wir vergeben dafür die höchstmögliche Punktzahl: sechs Buchstützen.
Rezension zu: „Das große Buch der Gewürze“ von Jill Norman, AT Verlag, 160 Seiten, Format 29,6 x 20, 17,90 Euro, ISBN: 978-3855029891.
Redaktion
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